Synkope Linguistik Beispiel Essay

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Aus­fall, der

Wortart: ℹSubstantiv, maskulin

Häufigkeit: ℹ▮▮▮▯▯

Rechtschreibung

Worttrennung: Aus|fall

Bedeutungsübersicht

    1. das Ausfallen
    2. (Sprachwissenschaft) das Ausfallen
    1. das Ausfallen, Nichtstattfinden
    2. das Ausfallen, Wegfall, Einbuße
    3. das Fehlen, Nichtanwesendsein
    4. das Ausfallen, das Nichtmehrfunktionieren
  1. Ergebnis, Beschaffenheit von etwas
    1. (Fechten) Angriffsbewegung, bei der sich der bewaffnete Arm und das ihm entsprechende Bein nach vorn bewegen
    2. (Gewichtheben) Vor- bzw. Rückwärtsschritt mit einem Bein beim Umsetzen der Hantel
  2. (Militär) Ausbruch aus einer feindlichen Umklammerung oder Einschließung
  3. beleidigende Äußerung

Synonyme zu Ausfall

  • Fortfall, Wegfall; (Sprachwissenschaft) Synkope
  • Absetzung, Streichung
  • Aderlass, Defizit, Einbuße, Fehlbetrag, Fortfall, Lücke, Minus, Verlust; (Kaufmannssprache, sonst veraltet) Abgang
  • Abwesenheit, Fehlzeit
  • Art [und Weise], Beschaffenheit, Ergebnis, Güte, Zustand; (bildungssprachlich) Qualität
  • Angriff, Attacke, beleidigende Äußerung, Beleidigung, Beschimpfung, Kränkung; (gehoben) Schmähung; (bildungssprachlich) Affront, Insult; (emotional) Seitenhieb; (Rechtssprache, bildungssprachlich) Injurie

Aussprache

Betonung: Ausfall 🔉

Grammatik

 SingularPlural
Nominativder Ausfalldie Ausfälle
Genitivdes Ausfalles, Ausfallsder Ausfälle
Dativdem Ausfallden Ausfällen
Akkusativden Ausfalldie Ausfälle

Typische Verbindungen Wie entstehen typische Verbindungen?

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. das Ausfallen (1a)

      Grammatik

      ohne Plural

      Beispiel

      der Ausfall der Zähne, der Haare
    2. das Ausfallen (1b)

      Grammatik

      ohne Plural

      Gebrauch

      Sprachwissenschaft

      Beispiel

      der Ausfall des »e«
    1. das Ausfallen (3a), Nichtstattfinden

      Beispiel

      der Ausfall des Unterrichts
    2. das Ausfallen (3b), Wegfall, Einbuße

      Beispiele

      • ein Ausfall des Verdienstes, der Einnahmen
      • es gab Ausfälle in der Produktion
    3. das Fehlen, Nichtanwesendsein

      Beispiele

      • mit einem mehrwöchigen Ausfall des Erkrankten muss gerechnet werden
      • es gab Ausfälle durch Krankheit
      • (Sport) dieser Spieler ist ein glatter Ausfall(ein Versager)
    4. das Ausfallen (3d), das Nichtmehrfunktionieren

      Grammatik

      ohne Plural

      Beispiel

      der Ausfall eines Triebwerks
  1. Ergebnis, Beschaffenheit von etwas

    Beispiel

    der Ausfall der Ernte
    1. Angriffsbewegung, bei der sich der bewaffnete Arm und das ihm entsprechende Bein nach vorn bewegen

      Gebrauch

      Fechten

      Beispiel

      einen Ausfall parieren
    2. Vor- bzw. Rückwärtsschritt mit einem Bein beim Umsetzen der Hantel

      Gebrauch

      Gewichtheben

      Beispiel

      er setzt ein Bein mit weitem Ausfall nach hinten
  2. Ausbruch aus einer feindlichen Umklammerung oder Einschließung

    Gebrauch

    Militär

    Beispiel

    einen Ausfall versuchen, wagen
  3. beleidigende Äußerung

    Beispiel

    erspar dir deine Ausfälle

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Vokalveränderungen vom Mhd. zum Nhd
2.1.1 Nhd. Monophthongierung, nhd. Diphthongierung und nhd. Diphthongwandel
2.1.2 Dehnung und Kürzung
2.1.3 Rundung und Entrundung
2.1.4 Apokope, Synkope und Elision
2.2 Konsonantenveränderungen von Mhd. zum Nhd
2.2.1 Grammatischer Wechsel
2.2.2 Assimilation
2.2.3 Stimmtonverlust im Auslaut
2.2.4 Mittelhochdeutsches <w>
2.2.5 Veränderungen von Mhd. <s> und <z>
2.2.6 Veränderungen von Mhd. <f> und <v>
2.3 Veränderungen der Verben
2.3.1 Die starken Verben
2.3.2 Präterito Präsentien
2.4 Sonstige Veränderungen
2.4.1 Majuskulierung der Substantive
2.4.2 Bezeichnung der Vokalquantität
2.4.3 Das morphologische Prinzip im Neuhochdeutschen
2.4.4 Analogieausgleich
2.5 Analyse eines Mhd. Textes
2.5.1 Walther von der Vogelweide „Kreuzigungsstrophe“
2.5.2 Untersuchung des Laut- und Schreibwandels im Text
2.5.3 Nhd. Übersetzung des Textes

3. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Wenn wir den Mund aufmachen, reden immer

Zehntausende Tote mit“[1]

Dieses Zitat von Hugo von Hofmannsthal soll das historische Wachsen unserer Sprache deut­lich machen. Viele Eigenschaften dieser Sprache haben sich im Verlauf der Geschichte grundlegend verändert, andere hingegen sind relativ stabil geblieben. Vorliegende Hausarbeit analysiert in diesem Kontext wichtige Aspekte des Sprachwandels der deutschen Sprache ausgehend vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen.

Das Mittelhochdeutsche war keine überregional einheitliche Sprache wie das Schriftneuhoch­deutsche, sondern war ebenso wie das heute gesprochene Deutsch gekennzeichnet durch starke regionale bzw. dialektale Unterschiede. Auch eine einheitliche Orthografie gab es im Mittelalter noch nicht.

Doch warum ist es eigentlich wichtig, dieses Mittelhochdeutsch näher zu betrachten und den Sprachwandelzum heutigen Deutsch genauer zu untersuchen? Sind die Sprachzustände des Deutschen vor ca. 500 bis 1000 Jahren für den heutigen Sprachbenutzer denn nicht völlig uninteressant? Mögliche Antworten auf diese Fragen könnten lauten: Viele Phänomene des heutigen Schriftdeutsch erscheinen dem Sprachbenutzer unnötig kompliziert oder unsinnig. Es lassen sich jedoch viele dieser Erscheinungen nur erklären, wenn man historische Ent­wicklungen beobachtet und so tiefere Einblicke in dieses Sprachsystem gewinnt. Auch im sprachlichen Alltag wird oft über Sprache reflektiert, d.h. Menschen denken über die Mittel ihrer sprachlichen Kommunikation nach. Gerade im Bereich Wortbedeutung und Wort­geschichte lassen sich hierbei viele Phänomene nur durch sprachhistorische Zusammenhänge erklären. Darüber hinaus haben viele Sprachbenutzer ein Bedürfnis Einblicke in die Geschichte ihrer Sprache zu bekommen, denn z.B. Kultur und Identität von Menschen sind nicht zuletzt auch durch sprachgeschichtliche Entwicklungen zu erklären.[2]

Im ersten Abschnitt meiner Hausarbeit gebe ich einen systematischen Überblick über ausge­wählte Regeln, die sowohl den Laut- wie auch den Schreibwandel vom Mhd. zum Nhd. kennzeichnen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf all den grammatischen Erschei­nungen, die im zweiten Teil dieser Arbeit anhand eines Textes näher beschrieben und er­läutert werden. Der Wandel von Wortbedeutungen (semantischer Wandel) vom Mhd. zum Nhd.wird zwar im zweiten Abschnitt dieser Arbeit vereinzelt zur Sprache kommen, soll aber im ersten Abschnitt nicht näher untersucht werden.

2. Hauptteil

2.1 Vokalveränderungen vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen

2.1.2 Nhd. Monophthongierung, nhd. Diphthongierung und nhd. Diphthongwandel

Bei der neuhochdeutschen Monophthongierung, welche sich seit dem 11./ 12. Jhd. langsam ausbreitete, wandeln sich mhd. Diphthonge zu nhd. Monophthongen. Als Veränderungen treten auf: <ie> (gesprochen [i-e]) wird zu <ie> ([i:]), <uo> wird zu <u> ([u:]) und <üe> wird zum Umlaut <ü> (y:).

Unter nhd. Diphthongierung versteht man die Veränderung von den drei engen mhd. Lang­monophthongen zu offenen nhd. Diphthongen. Auch diese Veränderungen breiteten sich seit dem 12. Jhd. langsam aus. Dabei verändern sich <î> zu <ei> oder <ai> ([ai]), <û> wird zu <au> ([au]) und <iu> (y:) wird zu <äu> bzw. <eu> ([ɔy]).

Als letztes Phänomen wird in diesem Abschnitt der neuhochdeutsche Diphthongwandel näher beschrieben. Hierbei wandeln sich mhd. Diphthonge <ei>, <ou> und <öu> durch Nukleussenkung zu den nhd. Diphthongen <ei> oder auch <ai> ([ai]), <au> ([au]) und <äu> ([ɔy]).[3]

2.1.2 Dehnung und Kürzung

a) Dehnung

(1) Dehnung der Vokale in offener Tonsilbe

Eine offene Tonsilbe ist eine Akzent tragende Silbe, die mit einem Vokal abgeschlossen ist.

Im Mhd. waren diese Vokale kurz. Im Nhd. sind sie auch ohne Kennzeichnung lang auszu­sprechen. Diese Länge kann jedoch auch grafisch gekennzeichnet sein (siehe auch Ab­schnitt 2.4.2). Diese Dehnung wird jedoch im Nhd. nicht immer durchgeführt, z.B. vor <sch> und <ch> (<waschen> und <machen>). Unterbleibt die Dehnung, wird die Silbengrenze zum Nhd. hin auch oft durch Konsonantendopplung verlegt (Beispiel Mhd. <hamer> à Nhd. <Hammer>).

(2) Dehnung einsilbiger Wörter mit geschlossener Silbe durch Analogieausgleich

Einsilbige Wörter mit geschlossener Silbe haben flektierte Formen mit offener Tonsilbe, die gedehnt wurde; analog dazu konnte nun auch das Wort mit der geschlossenen Silbe die Dehnung annehmen (Beispielim Nhd.: Genitiv <des Stabes> à Nominativ <der Stab>).

(3) Dehnung einsilbiger Wörter mit geschlossener Silbe, die auf einfachen Konsonanten aus­gehen

Auch ohne Analogieausgleich können einsilbige Wörter mit geschlossener Silbe gedehnt werden. Allgemein verbreitet ist die Dehnung vor <r> (Beispiel <er>, <wir> oder <der>).[4]

b) Kürzungen

Manchmal wird auch der im Mhd. lange Vokal zum Nhd. hin gekürzt. Dies geschieht vor allem vor bestimmten Konsonanten (<r>) (Mhd. hêrschaft à Nhd. Herrschaft) oder Kon­sonantenverbindungen (<ht>) (Mhd. <brâhte> à Nhd. <gebracht>). Insgesamt gesehen ist diese Kürzung im Vergleich zur Dehnung eher selten und unregelmäßig.[5]

2.1.3 Rundung und Entrundung

a) Rundungen

Mit „Rundung“ wird bei der Vokalartikulation die Veränderung von eher gespreizten Lippen­stellung zu einer eher runden bezeichnet.

Betroffen sind hier <e> in der Nachbarschaft von <l>, <sch>, Nasalen und Affrikaten zu <ö> (Mhd. <helle>à Nhd. <Hölle>). Des Weiteren <a> in der Nachbarschaft von Dentalen, Nasalen und Labialen zu <o> (Mhd. <âne>à Nhd. <ohne>) und <i>/ <ie> zu <ü> (Mhd.

<finf>à Nhd. <fünf>).[6]

b) Entrundung

„Entrundung“ ist der Übergang von „gerundeten“ Monophthongen und Diphthongen zu den auf gleicher Zungenhöhe benachbarten Vordervokalen. Betroffen sind <ü> zu <i> ([i], [i:], <öu> zu <ei> und <iu> (y:) zu <eu>.

2.1.4 Apokope, Synkope und Elision

Durch die Festlegung des germanischen Wortakzents auf die Stammsilbe kam es bereits im Ahd. zu einer Abschwächung der Nebensilben. Im Mhd. setzte sich diese Abschwächung zu [ə] auch grafisch durch (<e>). In bestimmten Fällen trat auch ein Schwund des nunmehr unbetonten Nebensilbenvokals ein. Diese Tendenz setzte sich über das Mhd. zum Nhd. hin fort. Man unterscheidet beim Nebensilbenschwund zwischen Synkope (= Ausfall eines un­betonten Vokals innerhalb eines Wortes), Apokope (=Ausfall eines unbetonten Vokals im Wortauslaut) und Elision (= der Vokal im Wortauslaut schwindet vor vokalischem Anlaut des folgenden Wortes). Apokope und Elision betreffen nur Endsilben, die Synkope kommt in Vor-, Mittel- und Endsilben vor.[7]

2.2 Konsonantenveränderungen von mhd. zu nhd. Zeit

2.2.1 Grammatischer Wechsel

Bei einigen starken Verben (siehe Abschnitt 2.3.1) erscheinen neben dem Ablaut noch kon­sonantische Veränderungen. Dieser sogenannte "grammatische Wechsel" beruht auf vor­germanischen Betonungsverhältnissen, wo noch der freie Akzent herrschte. Für die Konju­gation der Verben betrifft dies den Wechsel von <d> nach <t>, <s> nach <r>, <h> nach <g> und <f(v)> nach <b>. Bereits im Mhd. wurde dieser Wechsel schon oft durch Ausgleich beseitigt, noch mehr aber im Nhd.[8]

2.2.2 Assimilation

Unter Assimilation wird eine Art sequenziellen Wandels verstanden, bei der die partielle (partielle Assimilation) oder vollständige (totale Assimilation) Angleichung eines Konsonan­ten an den benachbarten geschieht. Beispiele hierfür wären: Mhd. <enpor> à Nhd. <empor> (partielle Assimilation) und Mhd. <zimber>à Nhd. <zimmer> (totale Assimilation). Insgesamt gesehen handelt es sich bei diesen Fällen um sporadische Assimilationen, die der artikulatorischen Vereinfachung dienen.[9]

2.2.3 Stimmtonverlust im Auslaut

Neben den Fällen in Abschnitt 2.2.2 spielt ein weiterer wichtiger systematischer Assimi­lationsvorgang innerhalb des deutschen Sprachwandels eine wichtige Rolle. Es ist der Prozess der Auslautverhärtung. Im Wortauslaut und im Silbenauslaut wurde der im Ahd. stimmhafte Verschlusslaut im Mhd. stimmlos (Vgl. Ahd. <wîb>à Mhd. <wîp>). Diese Verhärtung des Auslauts besteht auch im Nhd. noch in der gesprochenen Sprache, wird jedoch in der Ortho­grafie nicht mehr so dargestellt (Vgl. Nhd. <Tag> / [ta:k]).[10]

[...]



[1] Hugo von Hofmannsthal, Prosa I, ed. Herbert Steiner, Frankfurt 1950, S. 267. Zitert nach: Fritz Tschirch, Geschichte der deutschen Sprache. Entwicklung und Wandlung der deutschen Sprache vom Hochmittelalter bis zur Gegenwart. Berlin 1969, S. 13.

[2] Vgl. Johannes Vollmert, Geschichte der deutschen Sprache. In: Johannes Vollmert (Hrsg.), Grundkurs Sprachwissenschaft. Paderborn 2005, S. 29-30.

[3] Vgl. Hermann Paul, Mittelhochdeutsche Grammatik. Tübingen 1989, S. 68-74.

Vgl. Hilkert Weddige. Mittelhochdeutsch. Eine Einführung. München 2004, S. 31-32.

Vgl. Gesine Taubert, Mittelhochdeutsche Kurzgrammatik mit Verslehre. Isen 1995, S.16.

[4] Vgl. Paul 1989, S. 74-76.

[5] Vgl. ebd., S. 77-78.

[6] Vgl. ebd., S. 74-76.

[7] Vgl. Paul 1989, S. 80-85.

[8] Vgl. ebd., S. 122-124.

[9] Vgl. Ulrike Demske, Sprachwandel. In: Jörg Meibauer (Hrsg.), Einführung in die germanistische Linguistik. Stuttgart 2002, S. 297-298.

[10] Vgl. Demske 2002, S. 299.

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